›Silent Blue‹, 2003
Videoprojektion, 10 min, Loop, Ohne Ton



Der S/W-Film „Silent Blue“ zeigt Nahaufnahmen eines Jazz-Pianisten, der am Klavier improvisiert und dabei völlig versinkt in seiner Musik. Man sieht Ausschnitte der Wirbelsäule, des Halses, des Gesichtes, des Fußes, die sich rhythmisch, beinahe ekstatisch, vor der - auf einem Stativ befestigten - Kamera hin- und herbewegen. Das Klavier selbst wird nicht gezeigt und der Film ist ohne Ton. Für den Betrachter ist nicht eindeutig erkennbar, aber dennoch erahnbar, welche Ursache die Bewegungen des Körpers haben.

In Ausstellungen, vor allem im Rahmen der Ausstellungsreihe ‚Silver&Gold‘ in Glückstadt, Dresden und Wolfsburg (u.a.), wurde der Film auf großen Projektionsflächen in stillen, möglichst von Außengeräuschen abgeschirmten Räumen präsentiert. Die großen Nahaufnahmen des Gesichtes und der Körperteile, die Stille, sowie die Abstraktion in s/w, in ein Schattenspiel, verleihen dem Film eine hohe Konzentration auf die Mimik und Rhytmik. Der Betrachter hat dadurch die Möglichkeit, so etwas wie Musik zu ‚sehen‘, sie vor dem inneren Ohr wahrzunehmen.

Der Titel „Silent Blue“ bezieht sich auf ein Stück, das der Pianist selbst komponiert und u.a. während der Aufnahmen gespielt hat. Außerdem bezieht sich „Silent“ auf die tonlose Musik, „Blue“ auf den englischen Ausdruck für „Melancholie, Versinken“, für Jazz überhaupt.